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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bvb:20-opus-46208
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Elektronenspektroskopie an Cd–freien Pufferschichten und deren Grenzflächen in Cu(In,Ga)(S,Se)2 Dünnschichtsolarzellen

Erfurth, Felix

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SWD-Schlagwörter: Solarzelle , Röntgen-Photoelektronenspektroskopie , Zwischenschicht
Freie Schlagwörter (Englisch):
Institut: Physikalisches Institut
Fakultät: Fakultät für Physik und Astronomie
DDC-Sachgruppe: Physik
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Umbach, Eberhard (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.02.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 03.03.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Die in dieser Arbeit untersuchten Solarzellen auf Basis des Verbindungshalbleiters Cu(In,Ga)(S,Se)2 sind zur Zeit das vielversprechendste Materialsystem im Bereich der Dünnschichtfotovoltaik. Um damit möglichst hohe Wirkungsgrade zu erreichen, ist eine CdS–Pufferschicht notwendig, welche aufgrund ihrer Toxizität und des schlecht integrierbaren, nasschemischen Abscheideprozesses durch alternative Pufferschichten ersetzt werden soll. Im Rahmen dieser Arbeit wurden solche Cd–freien Pufferschichten in Chalkopyrit–Dünnschichtsolarzellen untersucht. Dabei wurde insbesondere deren Grenzfläche zum Absorber charakterisiert, da diese eine wesentliche Rolle
beim Ladungsträgertransport spielt. Die hier untersuchten (Zn,Mg)O–Schichten stellen ein vielversprechendes Materialsystem für solche Cd–freien Pufferschichten dar. Durch den Einbau von Magnesium können die elektronischen
Eigenschaften der eigentlichen ZnO–Schicht an den Absorber angepasst werden, was zu deutlich höheren Wirkungsgraden führt. Als Hauptgrund geht man dabei von einer besseren Leitungsbandanpassung an der Grenzfläche aus, welche allerdings bisher nur grob anhand der Position des Valenzbandmaximums an der Oberfläche und der optischen Volumenbandlücke abgeschätzt
werden konnte.
In dieser Arbeit wurde diese Grenzfläche daher mittels Photoelektronenspektroskopie und
Inverser Photoelektronenspektroskopie untersucht, wobei durch die Kombination beider Methoden
die Valenz– und Leitungsbandpositionen direkt bestimmt werden konnten. Es wurde gezeigt,
dass der Bandverlauf an der Grenzfläche tatsächlich durch die Änderung des Mg–Gehalts der
(Zn,Mg)O–Schichten optimiert werden kann, was eine wichtige Voraussetzung für einen möglichst
verlustarmen Ladungstransport ist. Im Fall von reinem ZnO wurde ein „cliff“ (Stufe nach unten)
beobachtet, welches mit steigendem Mg–Gehalt abnimmt schließlich ganz verschwindet. Die
weitere Erhöhung des Mg–Gehalts führt zur Bildung eines „spike“ (Stufe nach oben).
Dass es sich bei einer solchen Stufe nicht um die abrupte Änderung des Bandverlaufs an
einer „idealen“, scharf definierten Grenzfläche handelt, haben die vorliegenden Untersuchungen
der chemischen Struktur gezeigt. Infolge der dabei beobachteten Durchmischungseffekte bildet
sich eine sehr komplexe Grenzfläche mit endlicher Breite aus. So wurde bei der Deposition der
(Zn,Mg)O–Schichten die Bildung von In–O–Verbindungen an der Grenzfläche beobachtet. Im Fall von Zn konnte die Diffusion in den Absorber nachgewiesen werden, wodurch es dort zur Bildung
von ZnS kommt.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wurde die Grenzfläche zwischen der (Zn,Mg)O–Pufferschicht
und CuInS2–Absorbern untersucht. Durch ihre höhere Bandlücke im Vergleich zu den oben untersuchten
Cu(In,Ga)(S,Se)2–Absorbern erhofft man sich eine höhere Leerlaufspannung und dadurch
bessere Wirkungsgrade. Bisher liegt dieser Leistungsanstieg allerdings unter den zu erwartenden
Werten, wofür eine schlechte Anpassung des Leitungsbandverlaufs an die herkömmliche
CdS–Pufferschicht verantwortlich gemacht wird. Gerade für dieses Materialsystem scheint sich
daher (Zn,Mg)O als Pufferschicht anzubieten, um die Bandanpassung an der Grenzfläche zu optimieren.
Bei den in dieser Arbeit durchgeführten Untersuchungen an dieser Grenzfläche konnten
ebenfalls Durchmischungsprozesse beobachtet werden. Zusätzlich wurde gezeigt, dass auch bei
diesem Materialsystem der Bandverlauf an der Grenzfläche durch die Variation des Mg–Gehalts
angepasst werden kann. Insgesamt konnte so für beide Absorbertypen ein detailliertes Bild der
(Zn,Mg)O/Puffer–Grenzfläche gezeichnet werden.
Für hinreichend gute Wirkungsgrade von Zellen mit „trocken“ abgeschiedenen Pufferschichten
ist in den meisten Fällen eine zusätzliche, nasschemische Vorbehandlung des Absorbers notwendig,
deren Einfluss auf die Absorberoberfläche ebenfalls in dieser Arbeit untersucht wurde. Dabei hat
sich gezeigt, dass durch eine solche Behandlung das auf der Oberfläche angereicherte Natrium
vollständig entfernt wird, was eine deutliche Steigerung desWirkungsgrades zur Folge hat.Weitere
Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, dass eine solche Reinigung der Absorberoberfläche
auch durch den Prozess der Sputterdeposition selbst hervorgerufen werden kann. So kommt es
neben der Ablagerung des Schichtmaterials zu deutlichem Materialabtrag von der Absorberoberfläche,
wodurch diese von Adsorbaten und von auf der Oberfläche sitzenden Oxidverbindungen
gereinigt wird. Untersuchungen an Absorbern, welche in einem Cd2+–haltigen Bad vorbehandelt
wurden, haben gezeigt, dass der dabei abgeschiedene CdS/Cd(OH)2–Film ebenfalls fast vollständig
während der Sputterdeposition entfernt wird.
Abschließend wurden auf In2S3–basierende Pufferschichten charakterisiert, welche aufgrund
ihrer bisher erreichten hohen Wirkungsgrade eine weitere Alternative zu CdS–Puffern darstellen.
Hier wurde an der Grenzfläche zum Absorber eine starke Diffusion der Cu–Atome in die Pufferschicht
hinein beobachtet, wodurch es zur Bildung von CuInS2–Phasen kommt. Messungen an
bei verschiedenen Temperaturen abgeschiedenen Schichten haben gezeigt, dass diese Diffusion
durch hohe Temperaturen zusätzlich verstärkt wird. Gleichzeitig konnte auch die Diffusion von
Ga–Atomen nachgewiesen werden, welche allerdings wesentlich schwächer ausfällt. Analog zu
den vorangegangenen Ergebnissen konnte somit auch bei diesem Materialsystem die Ausbildung
einer sehr komplexen Grenzflächenstruktur beobachtet werden.
Kurzfassung auf Englisch: In this work investigations were accomplished on Cu(In,Ga)(S,Se)2 thin film solar cells, which
represent today’s most promising thin film solar cell technology. To obtain high efficiencies a CdS
buffer layer is essential in such solar cells. Because of its toxicity and the unfavorable, intermediate
wet chemical deposition process, one would like to replace this layer by alternative buffer layers.
In the framework of this thesis different Cd–free buffers were investigated. Thereby especially the
interface to the chalkopyrite absorber was characterized because of its major role concerning the
charge carrier transport.
One promising material for such Cd–free buffer layers is (Zn,Mg)O. By doping the actual
ZnO–layer with Magnesium, the electronic properties of the layer can be adjusted to that of the
absorber layer. This results in higher efficiencies, which is attributed to a better conduction band
alignment at the interface. In the past this alignment was only estimated indirectly by other groups
by using the position of the valence band maximum at the surface and the optically derived band
gap of the bulk material.
In this work this interface was investigated by applying photoelectron spectroscopy and inverse
photoelectron spectroscopy. With the combination of both methods the positions of both, the
valence and conduction band, could be determined directly. It was shown that the band alignment
at the interface can indeed be optimized by changing the Mg–content of the (Zn,Mg)O–layers,
which is an important requirement for a low–loss charge transport. In the case of pure ZnO–layers
a “cliff” (i.e. a downward step) is observed, which becomes smaller and finally vanishes with
increasing Mg–content. A further increase of the Mg–content leads to the formation of a “spike”
(i.e. an upward step).
The investigations of the chemical structure of this interface showed that this step–like behaviour
cannot be understood as an abrupt change of the band alignment. The observed intermixing
processes form a complex interface structure of finite width. At this interface the formation of
In–O bonds has been observed. Furthermore the diffusion of Zn into the absorber could be proved,
which causes the formation of ZnS.
Moreover the interface between (Zn,Mg)O–layers and CuInS2–absorbers was investigated.
For these wide band gap absorbers, a higher open circuit voltage is expected compared to the
above–mentioned Cu(In,Ga)(S,Se)2–absorbers, which should give better efficiencies. Up to now
this enhancement of the cell performance is much lower than expected, which is attributed to a bad
conduction band alignment at the interface to the conventional CdS–buffer layer. Consequently, for
this absorber material (Zn,Mg)O seems to be the perfect buffer layer to tailor the band alignment
at the absorber/buffer interface. During these investigations also interface diffusion processes were
observed that already have been mentioned above. Additionally it was shown that also for this
absorber material the band alignment at the interface can be tailored by changing the Mg–content
of the buffer layer. Altogether a detailed picture of the absorber/buffer interface could be drawn
for both kinds of absorbers.
To obtain reasonable cell efficiencies of solar cells with dry deposited buffer layers a wet
chemical treatment of the absorber surface is required in most cases. The influence of this
treatment on the absorber surface has been investigated in this work as well. It was shown that
such a treatment basically removes the sodium from the absorber surface, which causes an distinct
enhancement of the cell efficiency. Further investigations led to the conclusion that such a cleaning
of the absorber surface can also be caused by the sputter deposition process itself. Besides the
deposition of the layer compound a cleaning of the surface occurs due to the removal of adsorbates
and oxides sitting at the surface. Investigations on absorbers that have been treated in a Cd2+–
containing wet chemical bath showed, that the thereby deposited CdS/Cd(OH)2–film was almost completely removed from the surface, too.
Finally buffer layers based on In2S3 were investigated, which is another promising buffer
material for those Cd–free solar cells. At this absorber/buffer interface a strong diffusion of Cu–
atoms into the buffer layer was observed, accompanied by the formation of CuInS2. Measurements
of layers that were prepared at different deposition temperatures showed, that this diffusion is
enforced at high temperatures. At the same time the diffusion of Ga–atoms was observed likewise,
although it was much weaker. All in all the formation of a very complex interface structure could
be demonstrated also for this kind of buffer layer.

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