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URN: urn:nbn:de:bvb:20-opus-56151
URL: http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/volltexte/2011/5615/


Secondary (and tertiary) structure of the ITS2 and its application for phylogenetic tree reconstructions and species identification

Sekundär- und Tertiärstruktur der ITS2 und Anwendung für phylogenetische Baumberechnungen und Arteerkennung

Keller, Alexander

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SWD-Schlagwörter: Phylogenie , Evolution , Sekundärstruktur , DNS-Sequenz , Algen , Ribosomale RNS
Freie Schlagwörter (Englisch): rRNA , secondary structure , phylogeny evolution , sequence
Institut: Theodor-Boveri-Institut für Biowissenschaften
Fakultät: Fakultät für Biologie
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Dandekar, Thomas (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.04.2011
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 28.04.2011
Kurzfassung auf Englisch: Biodiversity may be investigated and explored by the means of genetic sequence information
and molecular phylogenetics. Yet, with ribosomal genes, information for phylogenetic
studies may not only be retained from the primary sequence, but also from the secondary
structure. Software that is able to cope with two dimensional data and designed to answer
taxonomic questions has been recently developed and published as a new scientific pipeline.
This thesis is concerned with expanding this pipeline by a tool that facialiates the annotation
of a ribosomal region, namely the ITS2. We were also able to show that this states a crucial
step for secondary structure phylogenetics and for data allocation of the ITS2-database. This
resulting freely available tool determines high quality annotations. In a further study, the
complete phylogenetic pipeline has been evaluated on a theoretical basis in a comprehensive
simulation study. We were able to show that both, the accuracy and the robustness of
phylogenetic trees are largely improved by the approach.
The second major part of this thesis concentrates on case studies that applied this pipeline
to resolve questions in taxonomy and ecology. We were able to determine several independent
phylogenies within the green algae that further corroborate the idea that secondary
structures improve the obtainable phylogenetic signal, but now from a biological perspective.
This approach was applicable in studies on the species and genus level, but due to
the conservation of the secondary structure also for investigations on the deeper level of
taxonomy. An additional case study with blue butterflies indicates that this approach is not
restricted to plants, but may also be used for metazoan phylogenies. The importance of high
quality phylogenetic trees is indicated by two ecological studies that have been conducted.
By integrating secondary structure phylogenetics, we were able to answer questions about
the evolution of ant-plant interactions and of communities of bacteria residing on different
plant tissues.
Finally, we speculate how phylogenetic methods with RNA may be further enhanced by
integration of the third dimension. This has been a speculative idea that was supplemented
with a small phylogenetic example, however it shows that the great potential of structural
phylogenetics has not been fully exploited yet. Altogether, this thesis comprises aspects
of several different biological disciplines, which are evolutionary biology and biodiversity
research, community and invasion ecology as well as molecular and structural biology. Further,
it is complemented by statistical approaches and development of informatical software.
All these different research areas are combined by the means of bioinformatics as the central
connective link into one comprehensive thesis.
Kurzfassung auf Deutsch: Biologische Diversität kann mit Hilfe molekularer Sequenzinformation und phylogenetischen
Methoden erforscht und erfasst werden. Bei ribosomalen Genen kann man jedoch
wertvolle Information nicht nur aus der Primärsequenz beziehen, sondern auch aus der
Sekundärstruktur. In den letzen Jahren wurde Software entwickelt, die solche Daten für
taxonomische Fragestellung verwerten kann. Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer Erweiterung
dieser Methodik durch eine Software-Anwendung, die die Annotation des ribosomalen
Genes ITS2 deutlich vereinfacht. Mit dieser Studie konnten wir zeigen, dass dies
einen entscheidenden Schritt der Sequenz-Struktur-Phylogenie und der Datenerfassung der
ITS2-Datenbank darstellt. Die daraus resultierende und frei verfügbare Anwendung ermöglicht
Annotationen von hoher Güte. In einer weiteren Studie wurde mittels Simulationen
der gesamte Arbeitsfluß der Sequenz-Struktur Phylogenie auf theoretischer Ebene
evaluiert. Dabei zeigte sich, dass sich sowohl die Genauigkeit, als auch die Robustheit von
phylogenetischen Stammbäumen durch diesen Ansatz deutlich verbessern.
Der zweite große Teil der Arbeit befasst sich mit Fallbeispielen, in denen dieser Arbeitsfluß
zur Aufklärung von taxomonischen and ökologischen Fragestellungen Anwendung
fand. In diesem Rahmen konnten wir mehrere und voneinander unabhängige Phylogenien
ermitteln, welche die theoretischen Ergebnisse einer Verbesserung phylogenetischer
Bäume auch von biologischer Seite aus bekräftigen. Der Ansatz war anwendbar in sehr
feinskaligen Studien auf Art bzw. Gattungsniveau, aber durch die starke Konservierung
der Sekundärstruktur auch an sehr weit von einander entfernten taxonomischen Gruppen.
Eine weitere Studie, die sich mit der Phylogenie von Bläulingen befasst, zeigt deutlich,
dass dieser Ansatz nicht nur für Fragestellungen bei Pflanzen, sondern auch im Tierreich
angewandt werden kann. Die Bedeutung von qualitativ hochwertigen Stammbäumen auch
für andere Fachbereiche wird an zwei unserer ökologischen Studien deutlich: Mit Hinzunahme
von Sekundärstruktur war es uns möglich Fragestellungen über die Evolution von
Ameisen-Pflanzen Interaktionen sowie über ökologische Gemeinschaften von Bakterien auf
verschiedenen Pflanzenteilen zu beantworten.
Zuletzt gehen wir spekulativ auf die Frage ein, wie Strukturphylogenie um die dritte
Dimension erweitert werden kann. Dies bleibt zwar spekulativ und wurde nur um ein
kleines Fallbeispiel ergänzt, jedoch zeigt sich deutlich, dass das Potential von Strukturphylogenie
noch nicht erschöpft ist. Insgesamt befasst sich diese Arbeit mit Aspekten aus
verschiedenen biologischen Disziplinen: Evolutionsbiologie und Biodiversitätsforschung,
sowie Gemeinschafts- und Invasionsökologie, aber auch Molekular- und Strukturbiologie.
Dies wurde ergänzt durch statistische Ansätze und Entwicklung von informatischer Software.
Diese verschiedenen Forschungsrichtungen wurden mit Hilfe der Bioinformatik als
zentrales Bindeglied vereint.
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